Paarsache
Finanzen & Recht

Elternzeit aufteilen: 5 Modelle

Wer bleibt wie lange zu Hause? Die Elternzeit aufzuteilen ist eine der ersten großen Verhandlungen als Eltern. Hier sind die fünf gängigen Modelle, ehrlich mit Vor- und Nachteilen, und wie ihr euch einigt.

In Deutschland nehmen Mütter im Schnitt rund zwölf Monate Elternzeit, Väter knapp drei. Gleichzeitig wünschen sich viele Paare eine gleichmäßigere Aufteilung (Quelle: Bertelsmann Stiftung). Die Lücke zwischen Wunsch und Realität entsteht aus finanziellen Anreizen, Arbeitgebererwartungen und stillem Druck. Wer die Modelle kennt, entscheidet bewusster.

Die Grundlagen in drei Sätzen

Basiselterngeld gibt es zwölf Monate lang, plus zwei Partnermonate, wenn beide mindestens zwei Monate nehmen, zusammen also 14. ElterngeldPlus ist die Teilzeit-Variante: halber Monatsbetrag, dafür doppelt so lange. Und den Partnerschaftsbonus gibt es obendrauf, wenn beide gleichzeitig in Teilzeit arbeiten. Wie viel Geld bei eurer Aufteilung herauskommt, rechnet ihr im Elterngeld-Rechner für Paare aus.

Modell 1: Klassisch (12 + 2)

Einer nimmt zwölf Monate, der andere die zwei Partnermonate. Das ist finanziell oft naheliegend, wenn ein Partner deutlich mehr verdient, denn der Besserverdienende bleibt kürzer weg. Der Nachteil: Es verfestigt die ungleiche Rollenverteilung von Anfang an, mit Folgen für Karriere, Gehalt und Rente des Elternteils, der lange aussetzt.

Modell 2: Halbe-Halbe (7 + 7)

Beide nehmen je sieben Monate, nacheinander oder mit Überschneidung. Das verteilt Care-Arbeit und Karriere-Folgen gleichmäßig und gibt beiden eine intensive Zeit mit dem Kind. Es setzt allerdings mitziehende Arbeitgeber voraus und kostet bei großem Einkommensunterschied mehr Haushaltsnetto als das klassische Modell.

Modell 3: Die Staffel (nacheinander)

Erst der eine über mehrere Monate, dann der andere. Beide bekommen die volle Erfahrung, die Übergabe ist klar geregelt und das Kind durchgehend von einem Elternteil betreut. Gut für Paare, die nicht gleichzeitig aussetzen können oder wollen.

Modell 4: Parallel mit Teilzeit (ElterngeldPlus)

Beide reduzieren gleichzeitig die Arbeitszeit und beziehen ElterngeldPlus. So bleibt ihr beide im Job, teilt euch die Betreuung und streckt das Elterngeld über einen längeren Zeitraum. Ideal, wenn ihr beide nicht komplett aussetzen wollt, aber rechnerisch und organisatorisch anspruchsvoller.

Modell 5: Der Partnerschaftsbonus

Arbeitet ihr beide gleichzeitig zwischen 24 und 32 Stunden pro Woche, gibt es zusätzliche ElterngeldPlus-Monate, zwei, drei oder vier weitere pro Person. So lässt sich die Bezugsdauer deutlich verlängern. Der Preis ist die strenge Stundenvorgabe, die ihr beide gleichzeitig einhalten müsst.

Verschiebt die Regler und seht, wie ihr die Elterngeld-Monate aufteilt. Basiselterngeld gibt es 12 Monate. Nehmt ihr beide mindestens 2 Monate, kommen 2 Partnermonate dazu, zusammen also 14.

Partner 17 Monate
Partner 27 Monate
0714 Monate
14von 14 möglichen Monaten genutzt

Gut zu wissen: Das ist die Aufteilung des Basiselterngeldes. Mit ElterngeldPlus könnt ihr jeden Monat halbieren und dafür doppelt so lange beziehen, ideal für Teilzeit. Arbeitet ihr beide gleichzeitig 24–32 Stunden, gibt es zusätzlich den Partnerschaftsbonus (2–4 weitere ElterngeldPlus-Monate je Person). Wie viel Geld dabei herauskommt, rechnet ihr im Elterngeld-Rechner aus.

Wie ihr euch einigt

Die ehrlichste Frage bei der Aufteilung ist nicht „Was ist finanziell optimal?", sondern „Entscheiden wir das aus Überzeugung, oder nehmen wir den Weg des geringsten Widerstands?". Das rein finanzielle Optimum ist fast immer das klassische 12+2, aber es hat langfristige Kosten, die in keiner Elterngeld-Tabelle stehen: Wer drei Jahre stark reduziert, verliert nicht nur Gehalt, sondern auch Aufstiegschancen. Einen Teil davon fangen die Rentenpunkte für Kindererziehung wieder auf, wenn ihr sie der richtigen Person zuordnet.

Was ihr als Nächstes tun könnt

Spielt eure Aufteilung im Elternzeit-Planer durch und rechnet die Beträge im Elterngeld-Rechner aus. Wenn einer in Teilzeit zurückgeht, zeigt der Teilzeit-Rechner, was vom Haushaltsnetto bleibt. Den großen Überblick gibt der Finanz-Guide für werdende Eltern.

Dieser Artikel gibt allgemeine Informationen zum Elterngeld und zur Elternzeit nach BEEG, Stand 2026. Er ersetzt keine persönliche Beratung; verbindliche Auskünfte gibt eure Elterngeldstelle.