Warum ihr das jetzt regeln müsst
Vor der Geburt eines Kindes ist der Tod des Partners ein persönliches Desaster. Danach ist es ein finanzielles. Der überlebende Elternteil steht plötzlich allein mit einem Kind, meist mit einem halbierten Haushaltseinkommen, möglichen Kreditverpflichtungen und dem Problem, Erwerbsarbeit und Kinderbetreuung gleichzeitig zu stemmen.
Genau da greift die Risikolebensversicherung: Sie zahlt eine einmalige Summe aus, wenn eine versicherte Person stirbt – steuer- und bürokratiefrei an die begünstigte Person. Kein Produkt ist einfacher, kein Nutzen klarer. Und kein Produkt wird so konsequent aufgeschoben wie dieses.
Das Timing ist entscheidend. Die Prämie hängt am Gesundheitszustand beim Abschluss, nicht beim Schadensfall. Wer jung und gesund ist, zahlt wenig. Wer wartet bis nach einer Diagnose oder einem Krankenhausaufenthalt, zahlt deutlich mehr – oder bekommt gar keinen Vertrag.
Wie viel Versicherungssumme braucht ihr?
Die häufigste Faustregel lautet drei bis fünf Jahresbruttogehälter. Das ist ein brauchbarer Anfangswert, aber kein präzises Werkzeug. Besser ist es, rückwärts zu rechnen: Was braucht der überlebende Partner wirklich?
Stellt euch vor, eine/r von euch fällt morgen weg. Der andere muss:
- Den Lebensunterhalt für sich und das Kind sichern
- Eventuell eine Betreuungslösung finanzieren, die vorher der weggefallene Elternteil übernommen hat
- Laufende Kredite (Hypothek, Auto) alleine bedienen
- Möglicherweise die Arbeitszeit reduzieren, um beim Kind zu sein
Nehmt euren monatlichen Bedarf, multipliziert ihn mit 12, dann mit der Anzahl der Jahre bis das Kind finanziell auf eigenen Füssen steht (realistisch: 25 Jahre). Das ergibt einen Anhaltswert für die Versicherungssumme. Bei 2.000 Euro monatlichem Bedarf über 20 Jahre kommt ihr auf rund 480.000 Euro – und das ohne Verzinsung und ohne Inflation.
Ihr müsst nicht auf den Cent genau rechnen. Aber 100.000 Euro sind für die meisten Familien klar zu wenig. Bei einem Zinssatz von 3 Prozent liefern 100.000 Euro sichere Entnahmen von rund 250 Euro im Monat. Das deckt keine Familie ab.
Wer sichert wen ab? Die Paarperspektive
Der häufigste Fehler: Nur die Person mit dem höheren Einkommen wird versichert. Das ist zu kurz gedacht.
Stirbt der Hauptverdiener, ist das finanziell kritisch – klar. Aber stirbt die Person, die zu Hause ist oder in Teilzeit arbeitet? Dann entfällt plötzlich die gesamte Kinderbetreuung, alle Haushaltsorganisation und das emotionale Rückgrat der Familie. Der überlebende Vollzeit-Berufstätige muss entweder seine Stunden erheblich reduzieren oder teure Betreuung finanzieren. Professionelle Kinderbetreuung kostet leicht 1.500 bis 2.000 Euro im Monat – über viele Jahre.
Die Konsequenz: Beide Partner brauchen eine eigene Police. Die Summen dürfen unterschiedlich sein, aber beide sollten abgesichert sein.
Kreuzversicherung: die bessere Lösung für Paare
Ihr habt bei zwei Personen grundsätzlich zwei Möglichkeiten:
Gemeinsame Police auf zwei Leben – ein Vertrag, der beim ersten Todesfall zahlt, danach erlischt. Günstiger in der Prämie, aber: zahlt nur einmal. Wenn beide Partner kurz nacheinander sterben (Unfall, Krankheit), ist nach dem ersten Todesfall kein Schutz mehr da.
Kreuzversicherung – zwei getrennte Verträge, bei denen Person A den Tod von Person B versichert und umgekehrt. Person A ist Versicherungsnehmer, Person B ist die versicherte Person – und umgekehrt im zweiten Vertrag. Beim Tod von Person B zahlt der Vertrag von Person A aus – direkt an Person A, ohne Erbschaft, ohne Erbschaftsteuer, ohne Nachlass-Prozedur.
Die Kreuzversicherung ist für Paare in fast allen Fällen die bessere Wahl: Der steuerliche Vorteil (kein Erbschaftsteuer-Problem bei hohen Summen), die doppelte Absicherung und die Unabhängigkeit der Verträge überwiegen die etwas höhere Gesamtprämie.
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Die Prämienunterschiede zwischen Anbietern betragen bei gleicher Leistung bis zu 50 Prozent. Es lohnt sich, mehrere Angebote einzuholen, bevor ihr unterschreibt.
Was beeinflusst die Prämie?
Vier Faktoren bestimmen, was ihr zahlt:
- Alter beim Abschluss – der wichtigste Faktor. Mit 30 zahlt man etwa halb so viel wie mit 45 bei gleicher Laufzeit und Summe.
- Gesundheitszustand – Vorerkrankungen, Übergewicht, risikoreiche Hobbys erhöhen die Prämie oder führen zu Ausschlüssen. Rauchen verdoppelt sie fast.
- Versicherungssumme und Laufzeit – linear mit der Summe, nicht linear mit der Laufzeit (längere Laufzeit überproportional teurer).
- Anbieter – identische Risikoprofile können je nach Versicherer 30 bis 50 Prozent auseinanderliegen.
Zur Orientierung: Ein 32-jähriger Nichtraucher in guter Gesundheit zahlt für 300.000 Euro Versicherungssumme über 20 Jahre Laufzeit typischerweise zwischen 15 und 25 Euro im Monat. Das ist weniger als die meisten Streaming-Abos zusammen.
Laufzeit: wie lange braucht ihr den Schutz?
Die Laufzeit sollte so gewählt sein, dass das Kind am Ende der Versicherungslaufzeit finanziell auf eigenen Füssen steht – und ein laufender Kredit vollständig abbezahlt ist. Als Anhaltspunkt: Laufzeit bis das Kind 25 ist, oder bis zur Tilgung der Hypothek, je nachdem was länger ist.
Wichtig: Nach Ablauf ist eine Verlängerung nur zu deutlich höheren Konditionen möglich. Lieber ein paar Jahre zu lang wählen als zu kurz.
Gesundheitsfragen: was ihr wissen müsst
Beim Antrag müsst ihr Gesundheitsfragen beantworten – in der Regel für die letzten fünf bis zehn Jahre. Diese Fragen müsst ihr wahrheitsgemäss beantworten. Falsche Angaben führen im Schadensfall zur Leistungsverweigerung, auch wenn der Tod nichts mit der verschwiegenen Erkrankung zu tun hat.
Was viele nicht wissen: Auch psychische Erkrankungen, ambulante Behandlungen und Krankschreibungen müssen angegeben werden, wenn danach gefragt wird. Lest die Fragen sorgfältig und gebt im Zweifel mehr an, nicht weniger.
Wenn ihr gesundheitliche Vorbelastungen habt, lohnt sich eine anonyme Risikovoranfrage über einen unabhängigen Makler, bevor ihr euren richtigen Namen in einen Antrag schreibt. Abgelehnte Anträge werden in einer gemeinsamen Datenbank gespeichert und können spätere Abschlüsse erschweren.
Was ihr als Nächstes tun könnt
Entscheidet euch für die Kreuzversicherung, bestimmt grob eure Versicherungssummen und vergleicht dann konkrete Angebote. Der Vergleich oben gibt euch Angebote von mehreren Anbietern auf Basis eurer Angaben – ohne dass ihr persönliche Daten an Dutzende Versicherer schicken müsst.
Passend dazu: Wenn ihr bereits wisst, dass eine/r von euch langfristig weniger arbeiten wird, lohnt sich gleichzeitig der Blick auf die Rentenlücke durch Elternzeit – die beiden Themen hängen eng zusammen. Und den Überblick über alle staatlichen Leistungen rund um die Geburt gibt euch der Finanzen-Leitfaden.
Angebote dauern weniger als fünf Minuten – und der Preisunterschied kann Hunderte Euro im Jahr sein.
Risikolebensversicherung vergleichen →Dieser Artikel gibt allgemeine Orientierung und ersetzt keine individuelle Versicherungsberatung. Versicherungsbedingungen und Prämien variieren je nach Anbieter und persönlichem Risikoprofil. Gesundheitsfragen sind wahrheitsgemäss zu beantworten. Die Vergleichslinks sind Affiliate-Links – für euch entstehen keine Mehrkosten. Stand 2026.