Mit der Geburt eines Kindes verändern sich eure Risiken grundlegend. Einer von euch – meist die Person, die mehr Elternzeit nimmt – baut eine Rentenlücke auf, die sich über Jahrzehnte aufaddiert. Gleichzeitig trägt ein Einkommensausfall plötzlich viel schwerere Konsequenzen als vorher, weil ein Kind davon abhängt.
Die gute Nachricht: Wer die richtigen Fragen stellt, kann den grössten Teil dieser Lücken gezielt schliessen. Nicht mit teuren Produkten, sondern mit ein paar bewussten Entscheidungen zum richtigen Zeitpunkt.
Altersvorsorge
Die Rentenlücke durch Elternzeit und anschliessende Teilzeit ist das grösste unbekannte Finanzproblem der meisten Elternpaare. Wer zwölf Monate Elternzeit nimmt und danach vier Jahre auf 60 Prozent reduziert, verliert je nach Einkommen fünf bis acht Entgeltpunkte, das sind über 200 Euro monatliche Rente weniger, für immer. Wenn beide Partners das gleich machen würden, verdoppelt sich die Einbusse. In der Realität trägt meistens eine Person den Grossteil.
Wie viel ihr konkret verliert und was das auf 20 Jahre Rentenbezug bedeutet, rechnet ihr in unserem Rentenlücken-Rechner aus:
Versicherungen mit Kind
Zwei Versicherungsfragen, die Elternpaare oft zu spät klären: Die Risikolebensversicherung und die Berufsunfähigkeitsversicherung. Beide werden nach der Geburt eines Kindes dringlicher, weil ein Ausfall jetzt nicht mehr nur eine Person betrifft. Gleichzeitig lässt sich eine BU nach einem Krankenhausaufenthalt oder einer neuen Diagnose plötzlich nicht mehr oder nur mit Ausschlüssen abschliessen.
Die Krankenversicherung für euer Kind ist dagegen oft einfacher geregelt, als ihr denkt, birgt aber eine Entscheidung, die ihr aktiv treffen müsst. Weitere Seiten folgen.
Liquidität: der Notgroschen als Fundament
Bevor ETF-Sparplan, Kinderdepot oder Zusatzvorsorge: Eine flüssige Reserve von fünf bis sechs Monatsausgaben schützt euren Haushalt vor ungeplanten Ausgaben, ohne dass ihr andere Anlagen auflösen müsst. Für Alleinverdiener-Haushalte ist das besonders wichtig.
Anlegen für Kinder
Wer früh anfängt, profitiert vom Zinseszins über 18 Jahre erheblich. 100 Euro monatlich ab Geburt werden bei 7 % Rendite über 42.000 Euro. Ausserdem lohnt es sich, die Schenkungsfreibeträge zu kennen, bevor die erste Überweisung geht – und zu klären, ob das Depot auf den Namen des Kindes laufen soll.
Dieser Bereich gibt allgemeine Orientierung und ersetzt keine Finanz-, Steuer- oder Versicherungsberatung. Stand 2026.