Paarsache
Schwangerschaft

Schwangerschaft als Paar

40 Wochen, die euch beide verändern, auf unterschiedliche Weise. Hier behaltet ihr Termine, Fristen und einander im Blick.

Der Test ist positiv. Irgendwo zwischen Schock, Freude und „Und jetzt?" beginnen 40 Wochen, die ihr zwar unterschiedlich erlebt, aber gemeinsam durchsteht. Die schwangere Person spürt die Veränderung im eigenen Körper, der andere sieht sie lange kaum. Genau deshalb ist Reden in dieser Zeit wichtiger als sonst.

Erstes Trimester (SSW 1 bis 12): Geheimnis und Übelkeit

Das erste Drittel ist körperlich oft das härteste für die schwangere Person und emotional das isolierteste für beide. Die Schwangerschaft ist noch nicht öffentlich, Erschöpfung und Übelkeit sind real, aber unsichtbar. Der andere weiß oft nicht, wie er helfen soll.

Was hilft: konkret sagen, was gebraucht wird. „Ich brauche gerade keinen Rat, ich brauche jemanden, der zuhört" ist eine vollständige Aussage. Die Vorsorge beginnt mit dem Ersttrimester-Screening zwischen SSW 11 und 14, dem ersten großen Ultraschall. Geht gemeinsam hin, das ist kein Termin nur für einen.

Zweites Trimester (SSW 13 bis 27): Ankommen

Das zweite Drittel ist für die meisten am entspanntesten. Die Übelkeit lässt nach, der Bauch wird sichtbar, das Kind bewegt sich. Für viele wird es jetzt zum ersten Mal greifbar. Es ist die Zeit für Entscheidungen: Geburtsvorbereitungskurs buchen, Klinik oder Geburtshaus besichtigen, die Hebamme finden. Und es ist der entspannte Moment, um die Erstausstattung in Ruhe zu planen, statt am Ende unter Zeitdruck.

Wichtig: Hebammen sind vielerorts knapp. In manchen Regionen müssen Schwangere schon im ersten Trimester suchen, sonst finden sie keine. Laut Deutschem Hebammenverband erwägt ein erheblicher Teil der Beleghebammen, die Geburtshilfe aufzugeben (Stand 2024). Kümmert euch früh darum.

Drittes Trimester (SSW 28 bis 40): Vorbereitung und Ungeduld

Das letzte Drittel ist körperlich wieder fordernd. Der Schlaf wird schlechter, die Gedanken kreisen ums Geburtsdatum. Spätestens jetzt solltet ihr über Elterngeld und Elternzeit sprechen, und zwar nicht irgendwann. Denn der Steuerklassenwechsel, der euer Elterngeld spürbar erhöhen kann, muss mindestens sieben Monate vor der Geburt wirksam sein.

Den errechneten Termin und alle Fristen, die für euch beide daran hängen, bekommt ihr hier auf einen Blick:

Tragt den ersten Tag eurer letzten Periode ein oder euren bekannten Termin. Ihr seht sofort eure Schwangerschaftswoche, den errechneten Geburtstermin und alle Fristen, die für euch beide daran hängen.

Standard sind 28 Tage. Weicht euer Zyklus ab, rechnen wir den Termin entsprechend an.

Eure Paar-Timeline

Andere Rechner geben euch nur den Termin. Wir zeigen euch die Fristen drumherum, und wen von euch beiden sie betreffen.

  • Tragt oben euer Datum ein, dann erscheint hier eure Timeline.

Gut zu wissen: Der errechnete Termin ist eine Rechengröße nach der 280-Tage-Regel. Nur etwa vier von hundert Babys kommen genau an diesem Tag, die meisten in den zwei Wochen drumherum. Die Fristen sind nach Mutterschutzgesetz und BEEG berechnet (Stand 2026). Mutterschutz endet bei Früh- oder Mehrlingsgeburten erst nach 12 statt 8 Wochen.

Die Finanzfristen, die früh anstehen

Drei Dinge haben eine Deadline, lange bevor das Kind da ist. Der Steuerklassenwechsel muss sieben Monate vor der Geburt wirksam sein. Der Mutterschutz beginnt sechs Wochen vor dem Termin und endet acht Wochen nach der Geburt, bei Früh- oder Mehrlingsgeburten zwölf. Die Elternzeit meldet ihr spätestens sieben Wochen vor Beginn beim Arbeitgeber an, jeder für sich.

Was ihr als Nächstes tun könnt

Rechnet euren Termin und die Fristen mit dem Rechner oben durch. Klärt früh die Hebamme und den Geburtsvorbereitungskurs, mehr dazu in Geburtsvorbereitung als Paar. Und nehmt euch den Abend fürs Finanzielle: Was bei euch beim Elterngeld herauskommt, rechnet ihr im Elterngeld-Rechner für Paare aus, die Stellschrauben stehen im Finanz-Guide. Wie es nach der Geburt weitergeht, lest ihr unter Geburt und Wochenbett.

Dieser Artikel gibt allgemeine Informationen zur Schwangerschaft und ersetzt keine ärztliche oder Hebammen-Beratung. Vorsorge und individuelle Fragen besprecht ihr mit eurer Frauenärztin oder Hebamme. Stand 2026.