Warum ein Depot, kein Sparbuch
Das Sparbuch ist bequem und gefühlt sicher. Aber bei 0,5 bis 1,5 Prozent Zinsen verliert es real an Wert, sobald die Inflation höher liegt. Über 18 Jahre bedeutet das: Ihr zahlt 21.600 Euro ein und bekommt – nach Inflation – womöglich weniger heraus als ihr eingezahlt habt.
Ein breit gestreutes ETF-Depot hat historisch rund 7 Prozent Rendite pro Jahr erzielt (MSCI World, nach Kosten, vor Steuern, über rollende 20-Jahres-Zeiträume). Das ist keine Garantie, aber ein deutlich realistischeres Ziel als das Sparbuch.
Der Unterschied über 18 Jahre bei 100 Euro monatlich:
Rechner: was wird aus eurem Sparplan?
Passt die Werte an euren Plan an – der Rechner zeigt, was der Zinseszins über die Zeit wirklich ausmacht.
Auf wessen Namen? Die wichtigste Entscheidung
Ein Depot für ein Kind kann auf zwei Arten laufen:
Depot auf den Namen des Kindes – das Kind ist Eigentümer. Ab 18 kann es frei darüber verfügen, ohne eure Zustimmung. Der steuerliche Vorteil: Das Kind hat einen eigenen Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro pro Jahr. Bei 42.000 Euro Endwert und rund 20.000 Euro Kapitalertrag bleiben die ersten 18.000 Euro Ertrag (über 18 Jahre verteilt) steuerfrei – vorausgesetzt, das Kind hat keine anderen Kapitaleinkünfte.
Depot auf euren Namen, zweckgebunden – ihr bleibt Eigentümer, übertragt es später. Vorteil: ihr behaltet die Kontrolle. Nachteil: der Pauschbetrag des Kindes bleibt ungenutzt.
In den meisten Fällen ist das Depot auf den Namen des Kindes sinnvoller – wegen des Steuervorteils und weil die Klarheit der Eigenverantwortung erzieherisch oft gewollt ist.
Kinderdepots im Vergleich
Der Vergleich zeigt aktuelle Anbieter für Depots mit Fokus auf Minderjährige – gefiltert nach Konditionen, Kosten und Sparplanoptionen. Die Affiliate-Links im Vergleich führen direkt zur Kontoeröffnung.
Welcher ETF?
Für einen 18-jährigen Sparplan braucht ihr keinen aufwändigen ETF-Vergleich. Zwei Produkte reichen aus:
- MSCI World ETF – rund 1.500 Unternehmen aus 23 Industrieländern. Kostet typischerweise 0,10 bis 0,20 % TER pro Jahr. Solide Basis.
- FTSE All-World ETF – wie MSCI World, aber zusätzlich Schwellenländer (~10 %). Noch breiter gestreut, ähnliche Kosten.
Konkret: Vanguard FTSE All-World (ISIN IE00B3RBWM25) oder iShares Core MSCI World (IE00B4L5Y983) – beide kosten unter 0,25 % pro Jahr und sind bei den gängigen Depot-Anbietern sparplanfähig.
Keine Einzelaktien, keine Branchen-ETFs, keine „Megatrend"-Produkte. Das Kind kann das mit 18 selbst entscheiden. Bis dahin: breit, günstig, liegen lassen.
Wann anfangen?
Jetzt. Der Rechner oben zeigt es deutlich: Fünf Jahre Verzögerung bei 100 Euro Sparrate kostet rund 12.000 Euro Endwert. Das ist mehr als ein Jahr Sparrate.
Praktisch bedeutet das: Depot eröffnen, Sparplan einrichten, ETF auswählen, Dauerauftrag stellen – fertig. Das dauert 30 bis 60 Minuten. Danach müsst ihr nichts mehr aktiv tun.
Was passiert mit 18?
Wenn das Depot auf den Namen des Kindes läuft, gehört es dem Kind – ab dem 18. Geburtstag ohne Einschränkung. Ihr habt keine rechtliche Handhabe mehr, wenn es das Geld ausgeben will.
Das ist kein Bug, sondern ein Feature – aber bereitet euer Kind früh darauf vor. Sprecht über das Depot, zeigt den Kontostand, erklärt wie der Zinseszins funktioniert. Kinder, die den Sparplan kennen und verstehen, gehen deutlich verantwortungsvoller damit um als solche, die mit 18 eine Überraschung erleben.
Wenn ihr die Kontrolle behalten wollt: Depot auf euren Namen, Schenkung mit 18 als bewusste Entscheidung. Dann habt ihr auch die Möglichkeit, die Übergabe an Bedingungen zu knüpfen (Führerschein, Studium abgeschlossen). Rechtlich und steuerlich beides legitim.
Dieser Artikel gibt allgemeine Orientierung und ersetzt keine Steuer- oder Anlageberatung. ETF-Renditen basieren auf historischen Werten und sind keine Garantie für die Zukunft. Steuerfreibeträge und Produktkonditionen können sich ändern. Die Depot-Links sind Affiliate-Links – für euch entstehen keine Mehrkosten. Stand 2026.